Das Projekt „3. Weg in der Berufsausbildung“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein- Westfalen (MAGS NRW) wendet sich an motivierte Jugendliche, denen aufgrund ihrer persönlichen oder schulischen Voraussetzungen bislang der Weg in eine Berufsausbildung verschlossen blieb und bleiben würde. Nach dem erfolgreichen Auftakt in 2006 wurde im Herbst 2008 ein weiterer Ausbildungsdurchgang mit über 900 Plätzen NRW- weit eingerichtet. Die Jugendlichen können einen anerkannten Berufsabschluss in einem von 13 bestehenden Ausbildungsberufen erwerben. Dabei haben auch diejenigen, die keinen Abschluss machen, auf dem Arbeitsmarkt etwas vorzuweisen: Ihnen werden erworbene Teilqualifikationen und Ausbildungsbausteine, die sie während der Ausbildungszeit beim Träger erwerben, durch die Kammer bestätigt. Vertrag: Zwischen den Jugendlichen und rund 70 zugelassenen Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen wird ein Ausbildungsvertrag nach dem Berufsbildungsgesetz geschlossen. Gleichzeitig sieht das Konzept die Möglichkeit von unterschiedlich begründeten Qualifizierungspausen vor, nach denen der „3. Weg“ fortgesetzt werden kann. Die Ausbildungszeit kann auf bis zu fünf Jahre ausgeweitet werden. Lernorte: Die fachpraktische Ausbildung, Stützunterricht sowie die sozialpädagogische Begleitung erfolgen beim Bildungsträger. Mindestens 30 Prozent der Ausbildungszeit werden als betriebliche Praktika absolviert. Mit dem zweiten Ausbildungsdurchgang wird der Berufsschulunterricht für Schüler/innen des 3. Weges in eigenen, kleinen Lerngruppen von Lehrkräften der Berufskollegs durchgeführt. Bildungscoach: Eine besondere Bedeutung hat der Bildungscoach, der die Jugendlichen in allen Phasen des Programms betreut. Er kümmert sich um die Zusammenarbeit von Bildungsträger und Betrieb und unterstützt bei persönlichen oder sozialen Problemen. Zudem hält er Kontakt, wenn es Unterbrechungszeiten gibt. Jobmappe: Der gesamte Ausbildungsverlauf und die erworbenen Kompetenzen werden in der landesweit einheitlichen Jobmappe dokumentiert. Hier wird unter anderem erfasst, welche Ausbildungsbausteine die Jugendlichen absolviert haben, welche ergänzenden Lehrgänge und Zusatzqualifikationen erworben wurden und wie die betriebliche Ausbildungsphase beurteilt wird. Wird der „3. Weg“ vor dem Berufsabschluss unterbrochen oder beendet, können die bis dahin erfolgreich absolvierten Ausbildungsbausteine von den Kammern bescheinigt werden. Der 3. Weg bei den BZB Die Bildungszentren des Baugewerbes e.V. sind seit 2006 Auftragnehmer des MAGS NRW und Partner der örtlichen Agenturen und ARGEN in diesem Projekt. An ihren Standorten Krefeld und Düsseldorf sind die BZB Ausbildungsbetrieb für insgesamt 72 Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren. Gleich in 5 verschiedenen Berufsfeldern bilden die BZB aus: BZB Krefeld: Im 1. Durchgang/Kohorte seit Oktober 2006: 12 Bauten- und ObjektbeschichterInnen in der 2-jährigen Ausbildung bzw. Maler/LackiererInnen in der 3-jährigen Ausbildung 12 Hochbau-, Tiefbau- und AusbaufacharbeiterInnen mit den Schwerpunkten Mauerwerksbau, Kanalbau, Straßenbau und Fliesen- Platten- und Mosaiklegen Im 2. Durchgang/Kohorte seit September 2008: 12 Fachkräfte im Gastgewerbe 12 Bauten- und ObjektbeschichterInnen in der 2-jährigen Ausbildung bzw. Maler/LackiererInnen in der 3-jährigen Ausbildung In Düsseldorf werden in beiden Durchgängen jeweils 12 Hochbaufacharbeiter ausgebildet. In den Werkstätten und Schulungsräumen sowie Praktikumsbetrieben werden die Jugendlichen von 3 Bildungscoachs und 8 Ausbildern betreut und ausgebildet. Neben den fachlichen Inhalten werden auch soziale Kompetenzen und Alltagshilfen vermittelt. Die ersten Lehrlinge, die im Herbst 2006 ihre Ausbildung begonnen haben, halten seit Sommer 2009 ihren Facharbeiterbrief in der Hand. Das Projekt des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Ansprechpartner in Krefeld: Frau MA Martha Durka und Frau BA Jessica Fredericq: 02151 5155-0 Link zum MAGS NRW  |