So erging es 13 Bauschülern des Berufsgymnasiums Lycee Professionnel L’Horizon aus St. Denis auf der französischen Insel La Reunion im indischen Ozean. Am 10. April nach knapp 15 Stunden und 9.326 km Anreise aus den tropischen Sommerverhältnissen der Insel La Reunion kamen sie in den kühlen verregneten Frühling in Krefeld an.

In den zurückliegenden 4 Wochen haben die 13 jungen Männer zwischen 17 und 20 Jahren vieles vom Land, den Menschen und deutscher Arbeitskultur erlebt. Alle 13 befinden sich im 3. Schuljahr des Berufsgymnasiums und werden im Juli 2017 ihre Ausbildung zum Hochbau- oder Tiefbaufacharbeiter mit gleichzeitigem Fachabitur beenden.

reunion4Um erst einmal zu testen und die Teilnehmer einzugewöhnen fanden die ersten Tage in den Werkhallen des BZB Krefeld statt, wo sich im Schalungsbau, Mauerwerksbau, Tiefbau und Fliesenlegen unter Anleitung der BZB Ausbilder schnell herausstellte, das die Jungs zwar nicht so eine intensive Praxisausbildung durchlaufen haben, aber dennoch auf hohem Niveau arbeiten können.

Am 21.04.2017 wurden die Teilnehmer des Austausches durch die Bürgermeisterin der Stadt Krefeld, Karin Meincke, begrüßt. Sie besuchte die Bauschüler in reunion3den Werkhallen und richtete Worte des Willkommens an die Anwesenden. Darunter befanden sich an diesem Tag auch der stellvertretende Schulleiter und der Ausbildungsleiter des Berufsgymnasiums und der Deutsche Delegierte des Deutsch Französischen Sekretariats, die sich an diesem Tag zur Besprechung des Austausches in Krefeld eingefunden hatten.

In der zweiten Hälfte des Besuchs ging es dann auf Baustellen regionaler Bauunternehmen. „Wir haben die Jungs erst einmal mit warmer Kleidung für die Baustelle ausgestattet, sonst wären die in Sweatshirt und dünner Hose auf der Baustelle ins Frieren gekommen!“ schmunzelt Markus Crone, der sich persönlich um den Austausch kümmert.

Trotz weniger Deutschkenntnisse haben die Bauschüler auch dort einen sehr guten Eindruck hinterlassen und sind durch ihre Motivation, Engagement und gutreunion1e Auffassungsgabe sehr positiv aufgefallen. Die BZB möchten an dieser Stelle den Bauunternehmen ihren Dank aussprechen, den Bauschüler ein Praktikum auf den Baustellen ermöglicht zu haben. „Es ist immer wieder viel Arbeit Betriebe zu finden, die Lehrlinge oder Bauschüler aus dem Ausland aufnehmen und geeignete Praktika auf erreichbaren Baustellen anbieten.“, berichtet Fatma Cömert. Neben der Praxisunterweisung und den Baustellenpraktika standen aber auch Freizeit- und Kulturaktivitäten auf dem Programm. So wurden Stadtführungen in Düsseldorf und Köln inkl. Dom, eine Route mit regionaler Industriekultur mit Tiger & Turtle und dem Landschaftspark in Duisburg, der Zeche Zollverein in Essen und dem Centro Oberhausen sowie dem Braunkohletagebau Garzweiler organisiert. Und zuletzt auf ausdrücklichen Wunsch der Bauschüler das Stadion des BVB in Dortmund besichtigt. In der ganzen Zeit wurde die Gruppe durch Lehrkräfte der Berufsschule und durch einen Sprachbegleiter, gestellt durch das DFS und diverse BZB Mitarbeiter, betreut.

Dieser Besuch ist Teil eines durch das Deutsch – Französische Sekretariat geförderten Austausches. Die BZB werden im Dezember 2017 einen Gegenbesuch mit Lehrlingen durchführen. Dafür können sich Lehrlinge bewerben, die Ausschreibung erfolgt ab August 2017. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Betriebe, die ein oder mehrere Bauschüler in das Baustellenpraktikum aufgenommen und betreut haben:

  • Billstein jr. Bauunternehmen GmbH&CoKG Krefeld
  • Andreas Kamper Bauunternehmen GmbH Willich
  • Bernd Tichlers Bauunternehmen Krefeld
  • TT Mauern und Bauen GmbH Duisburg
  • Gebr. Kickartz GmbH Krefeld
  • Kurt Trimborn GmbH Krefeld

Ohne ihre Bereitschaft wäre die Mobilität nicht vollständig anerkannt worden. Danke.

© A. Karnholz/fotolia