27. Okt. 2026
Die Ausbildung im Stuckateurhandwerk steht vor vielfältigen Herausforderungen. Die Umsetzung der Neuordnung der Bauberufe, die Organisation der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) sowie die Entwicklung der Ausbildungszahlen erfordern einen engen Austausch aller Beteiligten.
Vor diesem Hintergrund luden die Stuckateurverbände Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) sowie den Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen am 12. Oktober 2026 zu einem gemeinsamen Gesprächstermin nach Dortmund ein. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen zu besprechen, Erfahrungen aus den einzelnen Kammerbezirken auszutauschen und Perspektiven für eine zukunftsfähige Ausbildung im Stuckateurhandwerk in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln.
Nach der Begrüßung durch Herrn Hartmann und Herrn Dr. Baumann von den Bauverbänden NRW stand der Austausch der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Ausbildungszentren im Mittelpunkt.
Die sieben Ausbildungszentren, die die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung für Stuckateure in Nordrhein-Westfalen durchführen, meldeten insgesamt 62 neue Ausbildungsverträge. Mit 34 Lehrlingen wird mehr als die Hälfte der Auszubildenden am Butzweiler Hof und im BZB Krefeld ausgebildet. Die übrigen 28 Auszubildenden verteilen sich auf die Standorte Simmerath, Soest, Recklinghausen, Iserlohn und Bielefeld mit Teilnehmerzahlen zwischen drei und sieben Lehrlingen.
Einigkeit bestand darüber, die ÜLU an allen Standorten fortzuführen. Eine Konzentration der Ausbildung auf einzelne Regionen wurde nicht als zielführend bewertet, da sich dadurch die An- und Abfahrtswege für die Lehrlinge deutlich verlängern würden.
Da keine Vertreter der Berufsschulen anwesend waren, gab es keine aktuellen Einschätzungen zur Situation der Fachklassen in den Regionen. Ob es künftig zu Auflösungen von Fachklassen kommen wird, blieb offen.
Ein weiteres Thema waren die Unterweisungspläne im Zuge der neuen Ausbildungsverordnung. Die Bewertungen der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter fielen dabei unterschiedlich aus.
Abschließend diskutierten die Teilnehmenden Möglichkeiten, die Ausbildungszahlen im Stuckateurhandwerk wieder zu steigern. Große Hoffnungen werden dabei in eine stärkere Wahrnehmung und Aufwertung handwerklicher Berufe gesetzt. Insbesondere die Tatsache, dass viele handwerkliche Tätigkeiten nicht kurzfristig durch KI oder Robotik zu ersetzen sind, wird als Chance gesehen, das Interesse junger Menschen und ihrer Eltern stärker auf das Handwerk zu lenken.
„Der Austausch zeigte, wie wichtig die enge Zusammenarbeit aller an der Ausbildung Beteiligten ist. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch und damit verbundene Lösungsansätze können die Ausbildung im Stuckateurhandwerk langfristig stärken und zukunftsfähiger gestalten“, betonte BZB-Ausbildungsleiter Markus Crone, der an der Sitzung teilnahm.
Die Teilnehmenden waren sich daher einig, dass solche Gesprächsrunden einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ausbildung leisten. Das nächste Treffen ist für 2027 geplant und wird auf Einladung der Bauverbände NRW stattfinden.
Autor: Markus Crone
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