Straßenbau-Azubi Mike Müller stellt sich vor, Copyright: BZB

19. Aug. 2026

„Kein Tag ist wie der andere“ – ein Straßenbauer stellt sich vor

Mike Müller ist Auszubildender bei der Bauunternehmung ERNST KREUDER GMBH & CO. KG. Vom Beruf des Straßenbauers ist er überzeugt – schließlich kam er durch seinen Vater schon früh damit in Berührung. Der 17-Jährige sprach mit uns über seine Ausbildung, die Teamarbeit auf der Baustelle und seine Zukunftspläne.

Mike, du bist gerade ins zweite Ausbildungsjahr gewechselt. Wie bist du auf den Beruf des Straßenbauers gekommen?

Mein Vater arbeitet seit fast 25 Jahren bei der Firma Kreuder und ist selbst Straßenbaugeselle. Er hat mich schon als Kind oft mitgenommen und mir gezeigt, wie die Arbeit auf der Baustelle aussieht. Dadurch konnte ich früh in den Beruf hineinschnuppern. Mit der Zeit durfte ich auch erste praktische Tätigkeiten ausprobieren und habe gemerkt, dass mir die Arbeit Spaß macht und gut liegt. So habe ich schließlich einen Ausbildungsplatz bei der Firma Kreuder in Mönchengladbach bekommen.

War für dich von Anfang an klar, dass du Straßenbauer werden möchtest?

Ja, absolut. Schon als ich zum ersten Mal dabei war, fand ich den Beruf spannend. Natürlich gibt es viele interessante Handwerksberufe, aber im Straßen- und Kanalbau gibt es so viele verschiedene Tätigkeiten, dass es nie langweilig wird. Diese Abwechslung hat mich von Anfang an überzeugt.

Was gefällt dir besonders an deinem Beruf?

Vor allem das Miteinander in der Firma. Die Zusammenarbeit in den Kolonnen macht wirklich Spaß. Außerdem arbeite ich gerne draußen. Ich bin kein Mensch, der den ganzen Tag in einem Büro sitzen könnte. Dazu kommt die Vielfalt der Baustellen. Jede Baustelle ist anders und man lernt ständig etwas Neues dazu.

Viele denken bei Arbeiten im Freien sofort an schlechtes Wetter. Ist das für dich ein Problem?

Eigentlich nicht. Im Winter kann man sich passend anziehen, deshalb macht mir die Kälte nicht viel aus. Im Sommer ist es manchmal sogar schwieriger, weil man sich gegen die Hitze nicht so gut schützen kann. Aber insgesamt gehört das einfach dazu.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, um ein guter Straßenbauer zu werden?

Wichtig sind handwerkliches Geschick, eine sorgfältige Arbeitsweise und Teamgeist. Man arbeitet immer mit anderen zusammen, deshalb sollte man gut im Team funktionieren. Und natürlich gehören Motivation, Spaß an der Arbeit und eine positive Einstellung dazu.

Dein Vater und du seid in derselben Firma beschäftigt. Wie empfindest du die Zusammenarbeit?

Für meine Ausbildung war es wichtig, meinen eigenen Weg zu gehen, daher arbeite mit meinem Vater nicht direkt zusammen. Allerdings kannte ich bereits zu Beginn viele Kolleginnen und Kollegen. Das war ein Vorteil, weil ich mich schnell eingelebt habe.

Zugleich habe ich von Anfang an gezeigt, was ich kann. Deshalb werde ich heute nicht nur als „der Sohn von“ wahrgenommen, sondern als eigenständiger Mitarbeiter.

Du hattest bereits vor der Ausbildung in den Beruf geschnuppert. Wie sah das aus?

Ich habe ein dreiwöchiges Schulpraktikum in meinem Ausbildungsbetrieb absolviert, allerdings in einer anderen Kolonne. Das hat mir sehr gut gefallen. Später habe ich zusätzlich auf Minijob-Basis mitgearbeitet. Dadurch konnte ich bereits viele praktische Erfahrungen sammeln, die mir heute in der Ausbildung helfen.

Welche Pläne hast du für die Zeit nach deiner Ausbildung?

Ich möchte mich auf jeden Fall weiterbilden. Mein Vater ist Vorarbeiter und Baggerfahrer. Ich könnte mir vorstellen, später die Polierschule zu besuchen und Polier zu werden. In dieser Position organisiert und koordiniert man die Baustelle. Der Polier ist der erste Ansprechpartner vor Ort, führt seine eigene Kolonne und trägt Verantwortung dafür, dass die Projekte erfolgreich umgesetzt werden. Das ist eine spannende Perspektive für die Zukunft.

Welchen Rat würdest du Jugendlichen geben, die überlegen, ins Handwerk zu gehen?

Einfach ausprobieren. Am besten besucht man Betriebe, macht Praktika und schaut sich die Arbeit aus der Nähe an. So merkt man schnell, ob einem handwerkliche Tätigkeiten liegen und Spaß machen. Gerade im Handwerk werden viele Fachkräfte gesucht. Deshalb gibt es dort sehr gute Zukunftschancen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!


Autor: Bildungszentren des Baugewerbes e.V.

Titelbild-Copyright: BZB

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Stefan Wichmann Ausbilder / Straßenbaumeister
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