05. Jun. 2026
Luka Platen ist 19 Jahre alt und Auszubildender im 1. Lehrjahr zum Fliesen- Platten- und Mosaikleger bei Fliesendesign Wirth. Nach dem Abitur war für ihn klar: Er will er einen handwerklichen Beruf erlernen. Wir sprachen mit Luka über den Weg zur Ausbildung, seine Ziele und die Faszination für das Handwerk.
Der Bezug zum Beruf hat sich bei mir schon früh ergeben. Mein Vater ist Fliesenleger in Krefeld und hat einen eigenen Betrieb. Ich war früher oft mit ihm auf Baustellen oder habe bei Arbeiten zu Hause mitgeholfen. Nach der 10. Klasse wusste ich zunächst noch nicht genau, in welche Richtung ich gehen möchte und habe daher erst einmal mein Abitur gemacht. Danach war für mich aber schnell klar, dass ich nicht studieren möchte. Eine Ausbildung war der nächste Schritt – und das Fliesenlegerhandwerk lag für mich einfach nahe.
Das war eine bewusste Entscheidung, die wir gemeinsam getroffen haben. Ich wollte die Ausbildung in einem anderen Betrieb machen, um andere Arbeitsweisen kennenzulernen und mir einen eigenen Blick auf das Handwerk zu erarbeiten.
Ja, ich habe mich durchaus auch für andere handwerkliche Berufe interessiert. In der 9. Klasse habe ich zum Beispiel ein Praktikum als Elektriker gemacht, das mir allerdings nicht besonders gefallen hat. Dachdecker fand ich ebenfalls spannend, aber die starke Abhängigkeit vom Wetter hat mich eher abgeschreckt. Beim Fliesenlegen hat man den Vorteil, überwiegend im Innenbereich zu arbeiten – das war für mich ein entscheidender Punkt.
Besonders gefällt mir die Vielseitigkeit. Es geht längst nicht nur um das reine Verlegen von Fliesen – auch Arbeiten im Trockenbau oder im Bereich Estrich gehören dazu. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, am Ende einer Baustelle ein fertiges Ergebnis zu sehen und direktes Feedback von den Kunden zu bekommen. In meinem Ausbildungsbetrieb arbeiten wir beispielsweise viel mit Großformatfliesen, während im Betrieb meines Vaters eher klassische Formate verarbeitet werden. Daran sieht man, wie unterschiedlich das Handwerk ausgestaltet sein kann.
Ein gutes Auge für Details ist entscheidend, zum Beispiel beim gleichmäßigen Setzen der Fugen. Geduld spielt ebenfalls eine große Rolle, wenn etwas nicht sofort klappt. Und natürlich braucht man auch ein gewisses handwerkliches Geschick.
Was mir besonders positiv auffällt, ist der respektvolle Umgang miteinander. Egal ob Auszubildender oder Geselle – man begegnet sich auf Augenhöhe. Natürlich gibt es Unterschiede in der Erfahrung, aber grundsätzlich herrscht ein gutes Miteinander. Wir sind ein Team von sieben Mitarbeitenden plus unser Chef. Ich persönlich schätze sehr die Arbeit im Team. Der Betrieb meines Vaters ist deutlich kleiner – er arbeitet größtenteils allein und hat gelegentlich Unterstützung.
Zunächst möchte ich meine Ausbildung erfolgreich abschließen. Danach ist geplant, in den Betrieb meines Vaters einzusteigen und ihn langfristig zu übernehmen. In dem Zusammenhang möchte ich auch den Meistertitel machen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, den Familienbetrieb perspektivisch auszubauen, auch, weil mir organisatorische und digitale Themen liegen.
Ich würde auf jeden Fall dazu raten, Praktika intensiv zu nutzen – sowohl in der Schule als auch in den Ferien. Viele entscheiden sich für Bürotätigkeiten, aber gerade im Handwerk bekommt man eine ganz andere Perspektive und kann direkt praktisch arbeiten. Es lohnt sich, einfach verschiedene Bereiche auszuprobieren.
Hinzu kommt: Handwerk wird immer gebraucht – ohne Handwerker funktioniert nichts, sei es beim Bau oder bei Reparaturen. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, deshalb gibt es viele Chancen in diesem Bereich.
Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für deinen weiteren Weg!
Autor: Bildungszentren des Baugewerbes e.V.
Titelbild-Copyright: BZB