Ein Kanalarbeiter stellt sich vor, Werkstück Kanalrohr, Copyright: BZB

11. Sep. 2026

„Unter der Erde zu arbeiten, finde ich spannend“ – ein Kanalbauer stellt sich vor

Wahid Rahimi ist fasziniert vom Tiefbau und wählte deshalb den Beruf des Kanalbauers. Er ist nun Auszubildender im 2. Lehrjahr bei der Firma APS Kanalbau GmbH und absolviert die ÜLU im BZB Krefeld. Wir sprachen mit dem 19-Jährigen über seine Motivation und Zukunftspläne.

Wahid, wie bist du auf den Beruf des Kanalbauers gekommen?

Ich habe verschiedene Praktika in unterschiedlichen Betrieben gemacht und mir mehrere Berufe angesehen. Zunächst habe ich mit dem Gedanken gespielt, Straßenbauer zu werden. Am Ende hat mich der Kanalbau aber mehr angesprochen.

Was hat den Ausschlag gegeben?

Ich arbeite gerne mit Maschinen und interessiere mich besonders für die Arbeiten unter der Erde. Im Kanalbau geht es oft in größere Tiefen, das finde ich spannend. Außerdem arbeite ich gerne im Freien.

War für dich schon in der Schulzeit klar, dass du ins Handwerk möchtest?

Ja, grundsätzlich schon. Allerdings war mir damals noch nicht klar, dass es der Kanalbau werden würde. Nach der Schule habe ich zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen, diese aber wieder abgebrochen. Anschließend habe ich als Bauhelfer gearbeitet und schließlich meine Ausbildung im Kanalbau begonnen. Nun bin ich sehr zufrieden mit meinem Beruf und möchte auch weiterhin in diesem Bereich arbeiten.

Was genau macht ein Kanalbauer?

Zu den Hauptaufgaben gehören das Verlegen von Rohren, der Bau und die Sanierung von Schächten sowie Arbeiten an Kanalsystemen. Teilweise gehören auch Aufgaben aus dem Straßenbau dazu. Wenn beispielsweise ein Kanal saniert wird, müssen anschließend Pflasterflächen oder Straßenoberflächen wiederhergestellt werden.

Welche Voraussetzungen sollte man für diesen Beruf mitbringen?

Wichtig sind Disziplin und vor allem Interesse am Beruf. Wer keine Freude an der Arbeit hat, wird auf Dauer nicht glücklich. Daneben braucht man auch handwerkliches Geschick und ein gewisses mathematisches Verständnis. Auf der Baustelle muss man beispielsweise berechnen können, wie viel Material benötigt wird oder wie viele Lkw-Fahrten erforderlich sind.

Was gefällt dir persönlich besonders am Kanalbau?

Mich fasziniert, dass wir dort arbeiten, wo die meisten Menschen normalerweise nie hinkommen. Man entdeckt manchmal Dinge, die lange verborgen waren. Auf Baustellen wurden beispielsweise schon alte Muscheln gefunden. Solche Funde machen die Arbeit abwechslungsreich und interessant.

Du hast gerade dein zweites Ausbildungsjahr begonnen. Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Zunächst möchte ich meine Ausbildung erfolgreich abschließen. Danach kann ich mir vorstellen, mich weiterzubilden, zum Beispiel zum Bautechniker. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

Was reizt dich an dieser Weiterbildung?

Mit dem Abschluss als Bautechniker eröffnen sich weitere Karrierewege, beispielsweise in Richtung Bauleitung. Dort übernimmt man mehr Verantwortung und plant sowie koordiniert Baustellen.

Welchen Rat würdest du Jugendlichen geben, die noch nicht wissen, welchen Beruf sie wählen sollen?

Am besten möglichst viele Praktika machen und verschiedene Berufe ausprobieren. So findet man heraus, was einem wirklich Spaß macht. Oft ergeben sich dabei Möglichkeiten, an die man vorher gar nicht gedacht hat.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!


Autor: Bildungszentren des Baugewerbes e.V.

Titelbild-Copyright: BZB

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Foto von Walter Frohn
Walter Frohn Ausbilder / Straßenbaumeister
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