23. Okt. 2026
Die neuen Nachwuchskräfte starteten im August 2026 in das erste Lehrjahr. Da der Ausbildungsstart im Bauhandwerk traditionell bis in den Herbst hineinreicht, gehen bei den BZB weiterhin neue Ausbildungsverträge ein. Dabei zeichnet sich ein Trend ab: Während die Lehrlingszahlen in mehreren Hochbau-Berufen spürbar zurückgehen, verzeichnen die BZB bei den Dachdeckern einen starken Zuwachs von über 40 Prozent.
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) berichtete in seiner Pressemitteilung vom 21. Oktober 2026 von steigenden Ausbildungszahlen im Bauhauptgewerbe. Demnach absolvierten Ende September bundesweit 37.694 junge Menschen eine Ausbildung am Bau. Das entspreche einem Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Neueinsteiger habe laut ZDB um knapp fünf Prozent auf 12.209 Auszubildende zugenommen. Besonders gefragt seien die Berufe Tiefbaufacharbeiter, Zimmerer und Maurer.
Bei den Bildungszentren des Baugewerbes stellt sich die Entwicklung derzeit anders dar. Insgesamt verzeichnen die BZB im ersten Ausbildungsjahr in der Stufenausbildung Bau einen Rückgang der Lehrlingszahlen um 17 Prozent.
Vor allem der Hochbau ist betroffen: Die Zahl der angehenden Maurer ging um rund 30 Prozent zurück, bei den Beton- und Stahlbetonbauern beträgt das Minus sogar 80 Prozent. Auch die Zahl der Kanalbauer hat sich mehr als halbiert.
„Die schwächere Konjunktur im Hochbau spiegelt sich inzwischen deutlich in den Ausbildungszahlen wider. Besonders bei Maurern sowie Beton- und Stahlbetonbauern beobachten wir spürbare Rückgänge. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass andere Bereiche stabil bleiben und einzelne Gewerke sogar deutlich wachsen“, sagt BZB-Ausbildungsleiter Markus Crone.
Relativ stabil entwickeln sich die Ausbaugewerke. Der Straßenbau bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Zusätzliche Kapazitäten konnten die BZB zudem im Tiefbau nutzen: Sechs angehende Gleisbauer sowie ein Straßenbauer nehmen an den Kursen teil, nachdem sie in ihren ursprünglichen überbetrieblichen Ausbildungszentren nicht mehr untergebracht werden konnten. Auch die Ausbildungszahlen bei den Straßenwärtern der Landes- und Bundesbehörden bleiben stabil und legten leicht zu.
Besonders positiv fällt die Entwicklung bei den Dachdeckern aus. Hier stiegen die Lehrlingszahlen im ersten Ausbildungsjahr gegenüber dem Vorjahr um mehr als 40 Prozent.
„Die Zahlen sind regional sehr unterschiedlich“, resümiert Crone. „Im Austausch mit anderen Ausbildungszentren spiegeln sich die Trends wider, wie wir sie auch gerade erleben. Diese deutlichen Anstiege sind auf einzelne Gewerkegruppen und Bundesländer konzentriert.“
Autor: Markus Crone
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