22. Okt. 2026
Berkay Suna ist angehender Dachdecker im 2. Ausbildungsjahr bei der Peter Straßburger GmbH und begeistert vom Handwerk. Der 19-Jährige durchläuft die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung im BZB Wesel. Mit uns sprach er über den Weg zu seiner Ausbildung, sein Gewerk und inwiefern moderne Technologien das Handwerk verändern.
Schon während der Schulzeit hatte ich Interesse am Handwerk. Durch eine Vertretungslehrerin ergab sich die Möglichkeit für ein Praktikum in einem Dachdeckerbetrieb. Das Praktikum hat mir gefallen und ich habe direkt ein Ausbildungsangebot bekommen, das ich annahm. So bin ich schließlich zur Ausbildung als Dachdecker gekommen.
Nein. Während meiner Schulzeit habe ich bereits Praktika als Kfz-Mechatroniker gemacht. Das hat mir zwar auch gefallen, aber der Weg zum Dachdeckerberuf hat sich letztlich einfach ergeben und war für mich die richtige Entscheidung.
In meiner Familie gibt es zwar nicht viele Handwerker, aber ich habe meinem Vater oft bei Reparaturen und Renovierungsarbeiten geholfen. Dadurch habe ich viele praktische Tätigkeiten kennengelernt und gemerkt, dass mir handwerkliche Arbeiten liegen. Der Beruf des Dachdeckers ist körperlich anspruchsvoll, aber er macht mir Spaß. Für mich ist die Ausbildung aktuell genau das Richtige.
Vor allem die Vielseitigkeit. Viele denken beim Dachdecker nur an Dächer, aber das Berufsfeld ist deutlich breiter. Wir beschäftigen uns mit Abdichtungen, Fassaden, Solaranlagen, Fenstern, Balkonen oder Terrassen. Dadurch wird die Arbeit sehr abwechslungsreich und man lernt viele unterschiedliche Bereiche kennen. In der Ausbildung bekommt man einen umfassenden Einblick in den Beruf und kann so entscheiden, welche Bereiche einen besonders interessieren.
Ein gewisses handwerkliches Geschick ist hilfreich. Wenn man noch wenig Erfahrung hat, kann man vieles lernen. Wichtig sind vor allem Interesse am Handwerk und die Bereitschaft, anzupacken.
Mathematik spielt im Berufsalltag schon eine Rolle. Aber auch wenn man in der Schule Schwierigkeiten hatte, ist das kein Ausschlusskriterium. In der Berufsschule werden die Inhalte verständlich vermittelt und bei Bedarf nochmals erklärt.
Noch nicht konkret. Eventuell mache ich später den Meister. Im Moment halte ich mir aber verschiedene Möglichkeiten offen.
Auf jeden Fall ein Praktikum machen. Wer sich unsicher ist, welcher Beruf der richtige ist, sollte verschiedene Bereiche kennenlernen. So bekommt man einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag und kann besser entscheiden, was zu einem passt. Wichtig ist vor allem, Interesse zu zeigen und sich im Vorfeld etwas über den Beruf zu informieren. Wer motiviert auftritt, hat gute Chancen auf einen Praktikumsplatz.
Technologien und Maschinen können viele Arbeitsabläufe erleichtern. Trotzdem bleibt der Dachdeckerberuf ein Handwerk, das viel praktische Erfahrung und präzise Handarbeit erfordert. Ich denke nicht, dass die KI unseren Beruf übernehmen kann. Maschinen helfen zwar bei vielen Aufgaben, aber der Mensch bleibt wichtig. Moderne Technik sehe ich eher als Unterstützung, nicht als Ersatz für Fachkräfte.
Wir bedanken und herzlich für das Interview und wünschen dir weiterhin viel Erfolg!
Autor: Bildungszentren des Baugewerbes e.V.
Titelbild-Copyright: BZB