Die nachträgliche Abdichtung von nassen Kellern, Schächten, Tunneln oder Tiefgaragen ist eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe. Es gibt unterschiedlichste Baumaterialien und Bauweisen, dazu häufig unklare Bodenverhältnisse und verschiedene Lastfälle, mit denen das Wasser am Bauwerk ansteht.

Besonders verwirrend ist jedoch die Vielzahl an Abdichtungssystemen, die am Markt zur Abdichtung angeboten werden. Selbst für Fachleute ist es nicht einfach, auf diesem Gebiet stets den Überblick zu behalten.

Abhilfe schafft das, zweitägige Seminar „Geprüfte Fachkraft für nachträgliche Bauteilquerschnittsabdichtung“, das nun wieder im Februar 2018 im BZB Wesel stattfindet. Neu: Der Auffrischungskurs im März für bereits zertifizierte ehemalige Teilnehmer des Lehrganges. Der praxisorientierte Lehrgang wurde insbesondere für Baustellenfachpersonal entwickelt und vermittelte zunächst einen Überblick der verschiedenen im Markt etablierten Abdichtungssysteme und erläutert die Grundlagen der Betoninstandsetzung.

Der Seminarschwerpunkt liegt auf dem System

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Ausgangspunkt für die Teilnehmer:
Fließendes Wasser im Beton 

der nachträglichen Bauteilquerschnittsabdichtung. Diese kann in vielen Fällen sehr effektiv eingesetzt werden und bietet deutliche Vorteile gegenüber klassischen Innenabdichtungen. Alte, wasserdurchlässige Stampfbetone oder dünnwandige Schachtfertigteile werden dabei nachträglich so weit im Porengefüge verdichtet, dass wasserundurchlässige Bauteilquerschnitte entstehen.

Natürlich können auch strukturelle Fehlstellen wie undichte Anschlussfugen, Schwindrisse oder Kiesnester mit entsprechenden Techniken sicher und zuverlässig abgedichtet werden. Davon konnten sich die Teilnehmer hautnah an unterschiedlichen, speziell für den Lehrgang entwickelten Werkstücken überzeugen lassen. Die Besonderheit des Seminars ist, dass die Wissensvermittlung hauptsächlich in Praxistrainings mit den Teilnehmern stattfindet.

Die Ausführung von nachträglichen Bauteilquerschnittsabdichtungen erfordert insbesondere in Bezug auf Produkteigenschaften und Anwendungstechnik spezielle Kenntnisse, die über das Grundlagenwissen zur Betoninstandsetzung (z.B. SIVV-Schein) oder zur nachträglichen Bauwerksabdichtung hinausgehen. Ziel der Fachkraftausbildung ist es, die Teilnehmer durch eine praxisorientierte Vermittlung und Vertiefung von

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Werkstück nach der Abdichtung

Fachkenntnissen gegenüber den Besonderheiten der Bauteilquerschnittsabdichtung zu sensibilisieren, um so die Sicherheit bei der Ausführung zu erhöhen und Fehler in der Anwendung zu vermeiden.

Am Ende des 2-tägigen Praxisseminars findet die theoretische Abschlussprüfung statt, welche durch die KIWA GmbH abgenommen wird. Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhält jeder Teilnehmer das Zertifikat „Geprüfte Fachkraft für nachträgliche Bauteilquerschnittsabdichtung“. Dieses Zertifikat vereinfacht es den Unternehmen gegen über Auftraggebern die Eignung des Baustellenpersonals für die sachgerechte Ausführung von den speziellen Verfahren nachzuweisen. Das Zertifikat ist für drei Jahr gültig. Daher bieten die BZB erstmals am 13.03.2018 einen eintägigen Kurs zur Rezertifizierung an. Hier geht´s zur Onlineanmeldung

Der nächste reguläre Lehrgang findet im BZB Wesel vom 14.02. – 15.02.2018 statt.