Im Rahmen des EU-Projekts "Interprentice" engagieren sich Auszubildende aus zwei unterschiedlichen Fachrichtungen aktiv an einer digitalen Kooperation. Dabei entwickeln Elektriker-Auszubildende aus Celje (Slowenien) und angehende Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker aus Arezzo (Italien) gemeinsam ein Projekt. Bei der Entfaltung ihrer Ideen und der praktischen Umsetzung sind sie kreativ und genießen die Freiheit, ohne starre Vorgaben arbeiten zu können. Diese innovative Herangehensweise wird durch die Unterstützung der BZB, der Talentbrücke Köln und des IFC Madrid begleitet.

Seit der Covid-19 Pandemie hat sich die digitale Zusammenarbeit als erfolgreiche Ergänzung zur Arbeit vor Ort bewährt. Im Projekt "Interprentice" wollen die Projektpartner erproben, wie Auszubildende online zusammenarbeiten können. Dafür treffen sich die zwei Gruppen über einen Zeitraum von fünf Monaten (September 2023 bis Januar 2024) wöchentlich per Videokonferenz. Zum Zeitpunkt der Mittelphase lassen sich bereits einige interessante Ergebnisse des Projekts beobachten und auswerten. Sie liefern Einblicke in die Effektivität der digitalen Zusammenarbeit und geben Aufschluss über mögliche Anpassungen für die Vorbereitung der Auszubildenden.

1. Sprache

Da die Lehrlinge aus unterschiedlichen Ländern an dem Projekt teilnehmen, kommunizieren sie in den Meetings auf Englisch. Dies stellt eine Herausforderung dar, da sie neben der allgemeinen Ausdrucksweise auch die technische Terminologie zur Beschreibung ihrer Arbeit benötigen.

2. Die Unterstützung der Ausbilder*innen

Der Erfolg bei der Umsetzung des Projekts hängt von der Unterstützung der Ausbilder*innen ab. Die Lehrlinge benötigen Zeitfenster für die Durchführung des Projekts, die von den Ausbilderinnen und Ausbildern bereitgestellt werden müssen. Auch bei fachlichen Fragen sollten die Auszubildenden auf die Ausbilder*innen zugehen können. Daher ist die Bereitschaft, den Lehrlingen Raum für gemeinsames Arbeiten zu geben, und eine positive Einstellung der Ausbilder*innen zur digitalen Zusammenarbeit im Projekt entscheidend.

3. Unterschiedliche Fachrichtungen

Da die zwei Gruppen aus unterschiedlichen Fachrichtungen kommen, war es herausfordernd, ein Projekt zu wählen, zu dem beide Gruppen gleichermaßen fachlich beitragen können. Sie entschieden sich dafür, ein Warmwassersystem zu installieren, das per Smartphone gesteuert werden kann. Mit diesem Entschluss haben die Auszubildenden beide Fachrichtungen erfolgreich miteinander vereint. Ein weiteres positives Ergebnis der Zusammenarbeit: Die Auszubildenen entwickelten durch die Kooperation ein Bewusstsein für eine gemeinsame Vorgehensweise von zwei unterschiedlichen Berufsrichtungen. Dadurch erlangten sie ein Verständnis für die Arbeitsplanung, die Herausforderungen und Abläufe der jeweils anderen Fachrichtung.

4. Digitale Zusammenarbeit

Die Auszubildenden aus Arezzo arbeiten am Warmwassersystem, während die Lehrlinge aus Celje sich um die elektrische Installation kümmern. Die wöchentlichen Meetings dienen dem Berichten und Präsentieren des Projektfortschritts. Zusätzlich tauschen die Auszubildenden Installationspläne, Videos und Fotos aus, um ihren Fortschritt vor Ort zu dokumentieren. Im Januar werden die Auszubildenden aus Celje nach Arezzo reisen. Gemeinsam werden die Lehrlinge die beiden Systeme integrieren und in Betrieb nehmen.

Das Projekt verdeutlicht bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit von Auszubildenden über sprachliche und länderübergreifende Grenzen hinweg. Dabei sammeln die Auszubildenden fachliche Erfahrungen und lernen, wie sie Arbeitsabläufe auf Englisch beschreiben können. Gleichzeitig schärfen sie ihr Bewusstsein für die Arbeitsweisen anderer Berufsrichtungen.

Projektpartner: Talentbrücke Köln (Leitung), BZB Krefeld, International Formation Centre – Spanien, Bauschule Arezzo – Italien, Solski Center Celje – Slowenien

Laufzeit: 01.03.2023 – 01.06.2024

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